Bello

Wahrend der Zeit, da Vater und Bräutigam die Burg in Vianden belagerten, ging das gräfliche Fräulein eines Tages im Walerbachtal spazieren. Da nahte sich ihr ein graflicher Jäger, der ihr schon lange heimlich nachgestellt hatte. An einsamer Stelle sprach er das Fräulein an und verlangte von ihr, dem Bräutigam die Treue zu brechen und ihm zu Willen zu sein. Mit Entrüstung wehrte das gräfliche Fräulein den zudringlichen Menschen ab. Darüber geriet der Jäger in solche Wut, daß er die Jungfrau mit einem Weidmesser niederstach.

Am gleichen Tage fiel auch ihr Bräutigam vor den Mauern der Burg Vianden. Damit war die lange Fehde beendet, und Graf Friedrich kehrte betrübten Herzens nach Neuerburg zurück. Wie groß war aber erst sein Schmerz, als man ihn an die Leiche seines Kindes führte .

Der Graf ließ an der Stelle, wo die grausige Mordtat geschah, eine Kapelle erbauen. Dorthin pilgerte er täglich bis zu seinem Tode. Die Kapelle ist verschwunden, aber das Tal hieß noch lange "Jufferndell".

Der Mörder war nach der Tat geflohen und irrte viele Jahre ruhelos im Lande umher. Aber selbst im Grabe hat er keine Ruhe gefunden. In nächtlicher Stunde wandert er mit seiner Waffe und seinem Hund Bello durch das Tal, in dem er den Mord verübte. Schon mancher späte Wanderer will dem Ruhelosen begegnet sein una gehört haben, wie sein Ruf „Bello? - Bello!" von den Bergen widerhallte.

 

 

 

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