Am Wege von Ferschweiler nach Holsthum liegt oben auf der Höhe rechts von der Staße ein Moor, wo früher eine römische Siedlung war.

Aus dem Moor sollte zur Mitternacht eine weißgekleidete Jungfrau mit einem weißen Schleier heraussteigen. Sie ging dann quer über einen Waldweg zum Heidenbaumsmoor. Dort verschwand sie im Moor. Viele Leute haben gesagt, sie hätten die Frau gesehen. Ein Maurer aus dem Oberdorf hatte eine Frau aus Oberweis. Einmal war dieser dorthin gegangen, um Geld zu holen. Er hatte seiner Frau versprochen, er wäre vor Dunkelheit daheim. Es wurde aber Nacht, und er war immer noch nicht da. Da gingen die Frau und ihre älteste Tochter ihm entgegen. Es war schon sehr spät. Als sie in den Großenbüsch kamen, war es zwölf Uhr. Vor ihnen leuchtete das Moor im matten Mondschein. Auf einmal erblickten sie am Rande der Straße die weiße Frau. Sie sahen deutlich, wie der Schleier der Frau im Winde flatterte.

Die beiden schrien vor Angst laut auf. Sie umarmten sich, damit keiner geholt werden sollte. So standen sie lange zitternd und zagend und schauten die Frau an, und die Frau schaute still auf sie nieder. In höchster Not hörten sie schwere Schritte von der Holsthumer Seite herkommen. Es war der gesuchte Mann und Vater. Zitternd erzählten die beiden ihm, was sie erlebt hatten. Als der Mann sich umwandte, um auf die Frau loszugehen, war sie nicht mehr zu sehen. Die zwei Frauen haben später geschworen, die weiße Frau wäre da gewesen.

©  Hans Theis, Neuerburg