Der Eingang zur Höhle ist mit Steinblöcken eingeengt, jede Ritze mit Moos ausgefüllt. Denn von den nahen Gletschern weht es kalt. Das Innere der Höhle ist rußgeschwärzt. Ein Feuer, von Steinen eingefaßt, flackert in der Mitte des Raumes.

Einige Frauen, Kinder und Greise hocken in der Nähe des Feuers. Sie sind mit Bärenfellen bekleidet. Ein alter Mann schlägt von einem Feuerstein Splitter ab. Geeignete Stücke legt er als Speerspitzen, Schaber, Messer und Beile zur Seite. Eine ältere Frau beobachtet ein großes Stück Bärenfleisch, das auf einem heißen Stein am Rande des Feuers schmort. Eine andere Frau hat ein Bärenfell ausgebreitet und befreit es mit einem Steinschaber von Fleischresten. Aus dem Fell wird sie ein Kleid herstellen. Ein junges Mädchen reiht Fische an einer Tier sehne auf und hängt sie über das Feuer zum Räuchern. Die Kinder spielen im Hintergrund der Höhle mit bunten Steinen und Muscheln.

Plötzlich horchen die Bewohner der Höhle auf. Dann stürmen sie nach draußen. Den steilen Pfad zur Höhle herauf schreiten die Jäger. Der erste schultert einen Speer mit steinerner Spitze. Sie ist noch rot vom Blut eines Tieres. Die anderen Männer tragen große Fleischstücke, zwei mächtige Stoßzähne und das schwere Fell eines Mammuts. Sie hatten das Tier in eine tiefe, mit Reisig verdeckte Grube gelockt. Mit scharfkantigen Steinen hatten sie dann das Mammut betäubt und mit ihren Speeren getötet. Die Jäger werden jubelnd empfangen. Nun hat die Horde Fleisch für viele Tage. Was sie nicht gleich verzehren oder räuchern, lassen sie in der nahen Eishöhle einfrieren. Mit großen Steinen verschließen sie diese Höhle, damit nicht Wildkatzen, Hyänen, Wölfe oder gar Höhlenlöwen die Vorratskammer ausräubern.

(c) Hans Theis, Neuerburg - 1964